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Was mir die totale Sonnenfinsternis über Geduld beibrachte

Autorenbild: KimAssist
KimAssist
24. Aug.
2 Min. Lesezeit

Was mir eine totale Sonnenfinsternis auf Mallorca über Geduld in der Selbständigkeit als virtuelle Assistentin beibrachte. Ein persönlicher Einblick in meine ersten Monate.

Eine grosse Lektion aus meinen ersten Monaten der Selbständigkeit ist simpel: Manche Entwicklungen lassen sich nicht beschleunigen, sie brauchen einfach ihre eigene Zeit. Das hat mir die Natur vor zwei Wochen besonders deutlich aufgezeigt, als ich auf Mallorca eine totale Sonnenfinsternis erleben durfte.

Für rund zwei Minuten wurde es dunkel, die Temperatur fiel merklich, und um mich herum wurde es still, sogar die Vögel verstummten.


Nebst all den spektakulären Facetten dieses Naturphänomens hat mich auch der Gedanke beeindruckt, dass dieser Moment exakt dann eintraf, wenn er eintreffen musste. Keine Verhandlung, kein Wunsch und kein Zeitdruck hätten ihn früher oder später bringen können, er kam zur berechneten Sekunde und war ebenso plötzlich wieder vorbei.


Ich sass danach noch lange am Strand und dachte darüber nach, wie selten ich im Alltag zulasse, dass Dinge ihre eigene Zeit brauchen, ohne sie zu forcieren.

Ein Prozess statt eines Entscheids

Seit Anfang dieses Jahres bin ich selbständig, und am Anfang wollte ich alles gleichzeitig: neue Kunden gewinnen, mich klar positionieren und ein Netzwerk aufbauen, das wirklich trägt.


Es kam anders, denn manche Kunden habe ich erst nach Wochen des Austauschs gewonnen, nicht weil ich sie nicht überzeugen konnte, sondern weil Vertrauen bei ihnen einfach länger braucht. Und ich musste besonders lange entscheiden, mit welchem konkreten Angebot ich bekannt werden möchte, denn als Generalistin kann ich vieles übernehmen, von Korrespondenz über Content bis zu Reise- und Eventplanung. Genau das machte es mir lange schwierig, mich festzulegen.


Ich erinnere mich an eine Phase, in der ich fast täglich versucht habe, meinen Auftritt zu optimieren, mit einer neuen Website, neuen Formulierungen und neuen Angeboten. Nichts davon hat wirklich beschleunigt, was ohnehin seine eigene Zeit brauchte, es hat mich vor allem Energie gekostet.


Erst als ich damit aufhörte, begann sich etwas zu klären. Ich habe akzeptiert, dass ich nicht sofort ein einziges klares Kernangebot brauche. Stattdessen kristallisiert sich das mit der Zeit heraus, je klarer ich sehe, wofür Kunden mich tatsächlich anfragen. Es ist kein einmaliger Entscheid, sondern ein Prozess.

Einfach geschehen lassen

Während der Finsternis war für zwei Minuten schlicht nichts zu tun, man konnte nur zuschauen und staunen. Niemand konnte eingreifen, nichts beschleunigen und nichts optimieren. Das hat diesen Moment ausgemacht.


Genau diese Erkenntnis tat gut: Manche Prozesse folgen ihrer eigenen Logik, ganz gleich, wie viel Aktionismus wir hineinstecken. Das gilt für die Natur genauso wie für den Aufbau eines Unternehmens. Ich habe gelernt, den Unterschied zu erkennen zwischen dem, was ich aktiv gestalten kann, und dem, was schlichtweg reifen darf.

Der Moment danach

Nach zwei Minuten wurde es auf Mallorca wieder hell, alles ging weiter wie zuvor, und trotzdem fühlte sich etwas anders an.


Nicht jeder Entwicklungsschritt lässt sich in einen starren Zeitplan pressen. Das Bild der Sonnenfinsternis erinnert mich künftig im Arbeitsalltag daran, dass manche Dinge genau dann gut werden, wenn man ihnen die Zeit lässt, die sie brauchen.

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